Schnellnavigation

 
 
 
 
 

Schweine essen Italienisch! PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 04. Juni 2010 um 00:00 Uhr

Im Rahmen des Reife- und Diplomprüfungsprojekts führte der 5B Jahrgang einen Schweinemastversuch durch. Bei diesem Versuch wurden Nudelreste der Finkensteiner Nudelfabrik verfüttert. Das Projekt wurde fächerübergreifend in den Gegenständen Nutztierhaltung, Ernährungslehre und Lebensmitteltechnologie sowie Pflanzenbau durchgeführt.

matura_5B_10.jpgAm 3. März 2009 begannen wir mit dem Mastversuch. Wir hatten 9 Bio-Schweine zur Verfügung, welche in 2 Gruppen aufgeteilt wurden. 5 Schweine wurden mit den Nudelresten gefüttert, 4 Schweine dienten als Kontrollgruppe und wurden mit einer gewöhnlichen Getreidemischung gemästet. Alle anderen Futterkomponenten sowie die Vitamin- und Mineralstoffversorgung waren in den beiden Rationen ident. Die Futterrationen wurden von uns gemischt. In regelmäßigen Abständen wurden die Schweine gewogen und die Daten aufgezeichnet. Dadurch erhielten wir einen Vergleich der Lebendgewichtzunahmen.

Nach einer Mastdauer von ca. 120 Tagen wurden die Tiere an 3 Terminen geschlachtet, und in Folge Fleischbeschaffenheitskriterien wie Dripsaft- und Kochsaftverlust ermittelt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass sowohl die Lebendmassezunahmen als auch die Drip- und Kochsaftverluste keine wesentlichen Unterschiede aufzeigten. Somit kamen wir zu dem Ergebnis, dass sich Nudelreste für den Einsatz in der Schweinemast perfekt eignen würden, da es zu keiner negativen Veränderung der Fleischqualität kam.

finkensteiner.jpgEin weiterer Teil des Projektes stellte eine Exkursion in die Finkensteiner Nudelfabrik am 30.11.2009 dar. Der seit 128 Jahren existierende Familienbetrieb wurde 1882 gegründet. Die Produktion beläuft sich auf rund 8 Stunden pro Tag. Es herrscht eine ganzjährige Produktion mit Ausnahme von Feiertagen. Die tägliche Produktion liegt bei 1 500 – 2000 kg und es fallen 2- 5 kg Nudelreste an. Die Reste werden als Hundefutter verkauft und sind auch als solches deklariert. Ob sich dies auch im Hinblick auf das Schweinefutter rentieren würde, versuchten wir im Rahmen des Projektes herauszufinden. Um die Reste als Futtermittel zu deklarieren, wären zu große Aufwände und Kosten nötig. Umständliche Behördengänge, Futterdeklarationen/Angabe der Nährwerte, das Trennen der Nudelreste (mit Ei, ohne Ei), wäre bei einer Gesamtabfallmenge von 2-5 kg pro Tag nicht rentabel.
Für die Produktion der Teigwaren verwendet die Fabrik Hartweizen, Vollkorn und Biodinkel. Die Fabrik produziert rund 50 verschieden Nudelarten, wobei alle unter Verzicht von Salz, Zusatzstoffen und unter Verwendung ausschließlich natürlicher Färbemittel hergestellt werden. Zusätzlich setzt man auf die Produktion ausgefallener Nudelvariationen (Schokonudel, Chillinudel, Knoblauchnudel) und Nudelformen (Weihnachtsnudel). Zu den Hauptabnehmern der Produkte zählen nicht nur private Haushalte, sondern auch bekannte Betriebe wie Metro, AGM, Seehotel Velden, LKH Villach und natürlich auch die HBLA Pitzelstätten.

Im Anschluss an die Mastversuche behandelten wir die einzelnen Themenschwerpunkte in den am Projekt beteiligten Gegenständen genauer, um uns auf die schriftliche Projektmatura vorzubereiten.
Folgende Themenschwerpunkte wurden behandelt:

* 1. Projekttag - Nutztierhaltung:     Haltung, Fütterung und Zucht von Mastschweinen
* 2. Projekttag - Ernährungslehre:  Fleisch, Teigwaren, Getreide, Eier
* 3. Projekttag - Pflanzenbau:         Botanik, Anbau und Arten von Getreide

Die Erstellung einer Projektmappe, der Projektpräsentation sowie das Gestalten des Schaufensters und das Verfassen von Zeitungs- und Homepageberichten bildeten den Abschluss eines interessanten und lehrreichen Projektes.

Die Schülerinnen des 5B-Jahrgangs