Pitzheim - Bauphase 2

„Ich bin begeistert“. Diese Worte von Erziehungsleiterin Bettina Kampl nach der Baustellenbesichtigung lassen erahnen, dass das neue Schülerheim viel Flair und eine tolle Atmosphäre verspricht.

1.200 m2 tragende Holzdecke wurden ab Anfang Mai auf die Betonsockel aufgelegt, verleimt und verschraubt. Aktuell erfolgt der Ausbau „gebäudedicht“ in vier Schritten: zunächst wird der Holzrohbau dominoartig aufgebaut, die benötigten Holzkonstruktionen werden millimetergenau angeliefert und mit dem Hebekran aufgesetzt. Im Anschluss erfolgt die Abdichtung des Daches. Dann werden die Fenster aus Lärchenholz eingesetzt und mit dem Trocken- und Innenausbau begonnen. Aktuell sind sieben verschiedene Firmen mit insgesamt ca. 70 Arbeitern mit Holzbau, Trocken- und Innenausbau sowie Fenster- Dach- Elektrik- und Installationsarbeiten täglich am Werk.

Ein Sonnengenerator – denn „Umweltschule“ verpflichtet - nimmt die halbe Dachfläche und einen Teil der Südfassade des Kernsanierungsgebäudes ein. Die neue Photovoltaikanlage mit 55 KW Peak soll einen Teil der benötigten Energie zuliefern, ein allenfalls produzierter Überschuss wird in das Netz eingespeist. 

Eine bauliche Besonderheit aus der heißesten Zeit des Kalten Krieges, die ehemaligen Luftschutzkeller im Sanierungsgebäude, wurden leergeräumt und werden zu Lagerräumen adaptiert.  Um die Zivilbevölkerung zu schützen, mussten ab 1967 alle öffentlichen Gebäude mit trümmer-, feuer- und strahlensicheren Räumen ausgestattet sein, in die man sich im Falle einer atomaren Katastrophe zurückziehen könnte. Erst 1997, der Ost-Westkonflikt stellte keine unmittelbare Bedrohung mehr dar, wurde diese verordnete bauliche Schutzmaßnahme für die Bevölkerung aufgehoben.

Jeden Montag werden bei der Baubesprechung, an der 15-20 Personen teilnehmen, der Fortgang bzw. die weiteren Schritte in großer Runde besprochen: die Architektinnen Klingan und Konzett sind für Generalplanung, Ausschreibungen, behördliche Genehmigungen und die Ausführungsplanung, die BIG ist als vom BMNT beauftragter Bauherr für das Projektmanagement verantwortlich. Für die Anliegen der Schule treten Frau Direktorin Weinhandl und Frau Amtsleiterin Reinprecht bei der Baubesprechung ein. Ebenso sind Vertreter der ausführenden Firmen bei der Baubesprechung anwesend. Als Mittler zwischen Architektinnen, Bauherrn und auführenden Firmen fungiert Baustellenkoordinator Ing. Franz Bauer MSc, der für die Gesamtbauleitung zuständig ist. Er ist mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden.

Mag. C. Sonvilla

Veröffentlicht am 08.06.2018