Gestartet haben wir direkt am Wölfnitzbach. Bewaffnet mit Stahlsieben und Gummistiefeln suchten wir dort nach Kleinsttieren, dem sogenannten Makrozoobenthos. Gewässerökologen verwenden diese Organismen als Indikatoren für die Wasserqualität – ihre Artengemeinschaft gibt Rückschlüsse auf die Gewässergüte. Wir entnahmen je ein Exemplar pro Art, konservierten die Tiere in Alkohol und brachten sie zur späteren Bestimmung ins Biologielabor. Außerdem entdeckten wir Signalkrebse, kleine Muscheln und verschiedene Fische.
Nach zwei Stunden im Freien wechselten wir ins Labor. Anhand einer Präsentation wurden uns der Saprobienindex, die Zustandsklassen der Fließgewässer, Ausschnitte aus dem Wasserrechtsgesetz 1959 sowie Methoden zur Überprüfung der biologischen Qualitätskomponente Fisch nähergebracht.
Den Abschluss des Tages bildete die Bestimmung aller mitgenommenen Tiere mithilfe der PowerPoint Bestimmungsschlüssel Makrozoobenthos Sekundarstufe 1, herausgegeben von Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. Nach erfolgreicher Identifizierung von Flussflohkrebsen, Dänischen Eintagsfliegenlarven, Pilzkopfköcherfliegenlarven, Großen Uferbolden, Gefleckten Aderhaften und Wassergeistchen konnten wir feststellen, dass der Wölfnitzbach die Güteklasse I–II aufweist – ein Ergebnis, das angesichts der naturnahen Umgebung wenig überrascht.
E. Kollegger, 3IUM