LESG: Genostar – Haubiversum – Futtermittellabor Rosenau

Am 30. und 31. Jänner 2026 fand die LESG-Exkursion der Klassen 3AL, 5IUM und 5PMR in den Raum Wieselburg statt. Ziel der zweitägigen Exkursion war es, praxisnahe Einblicke in die Bereiche Tierzucht, Lebensmittelverarbeitung und Futtermittelbewertung zu gewinnen und theoretisches Wissen anhand konkreter Praxisbeispiele zu vertiefen.

Tag 1 – Freitag, 30. Jänner 2026

Station 1:  Genostar

Am späten Nachmittag erreichten wir die Genostar-Besamungsstation in Bergland, wo eine Besichtigung der Absamhalle und des Sprungbereichs sowie ein Fachvortrag stattfanden. Ergänzend dazu erhielten wir eine Stiervorführung, bei der mehrere Zuchtstiere präsentiert und hinsichtlich ihres Exterieurs sowie ihrer züchterischen Leistungen und Einsatzschwerpunkte beschrieben wurden. Dabei wurde deutlich, nach welchen Kriterien Zuchtstiere ausgewählt werden und welche Bedeutung Leistungsdaten, Genetik und Nachkommenprüfung in der modernen Rinderzucht haben. Mit rund 430.000 Besamungen pro Jahr zählt Genostar zu den bedeutendsten Besamungsstationen Österreichs.

Ein zentraler Schwerpunkt des Vortrags war die Samengewinnung beim Stier, die bei Genostar mithilfe eines Phantoms erfolgt. Dieses speziell konstruierte Sprunggerät ermöglicht eine sichere und tierschonende Samenentnahme. Der Samen wird dabei mittels künstlicher Vagina gewonnen, anschließend unter strengen Hygienebedingungen im Labor eingelesen und weiterverarbeitet. Besonders interessant war die Herstellung der Spermaportionen für die künstliche Besamung.

Das bei Genostar angesiedelte Sexing-Labor wird von der genetiX Austria GmbH betrieben und entstand in enger Kooperation mit Sexing Technologies. Es handelt sich um das erste österreichweite Labor zur Produktion von gesextem Rindersperma. Beim sogenannten Sexing werden Samenzellen anhand ihres DNA-Gehalts mithilfe von Lasertechnologie getrennt, wodurch eine gezielte Geschlechtszuordnung möglich ist. Diese Methode unterstützt eine effiziente Zuchtplanung, insbesondere zur Erhöhung des Anteils weiblicher Nachkommen in der Milchviehhaltung.

Der Vortrag verdeutlichte, dass die moderne Tierzucht zunehmend auf gesellschaftliche Anforderungen reagieren muss, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Tierwohl und Umweltverträglichkeit.

Am Abend erfolgte die Weiterfahrt zur Unterkunft Mostlandhof in Purgstall an der Erlauf, wo der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklang.

 

Tag 2 – Samstag, 31. Jänner 2026

Station 2: Haubiversum

Nach dem Frühstück am frühen Morgen fuhren wir um 07:45 Uhr weiter nach Wieselburg zur Schaubäckerei HAUBIVERSUM. Dort erhielten wir spannende Einblicke in die Welt des Backhandwerks. Besonders betont wurde der starke Familienspirit, der den Betrieb prägt. Die Werte der Familie – Zusammenhalt, Tradition und Verantwortung – spiegeln sich sowohl in der Unternehmensführung als auch in der Produktqualität wider.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Backen mit Sauerteig, das für das Unternehmen von großer Bedeutung ist. Sauerteig steht für handwerkliche Tradition, lange Teigführungen und natürliche Herstellungsprozesse. Diese Form des Backens trägt nicht nur zum typischen Geschmack der Produkte bei, sondern auch zu einer besseren Bekömmlichkeit und längeren Haltbarkeit des Brotes.

Station 3: Futtermittellabor Rosenau

Anschließend besuchten wir das Futtermittellabor Rosenau (TZWL Wieselburg), wo uns ein Fachvortrag zu aktuellen Methoden der Futtermittelbewertung erwartete.

Dabei wurden die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Grundfutterqualität erläutert. Dazu zählen der Pflanzenbestand, eine fachgerechte Grasnarbenpflege und Düngung, der Erntezeitpunkt sowie die Erntetechnik. Ebenso spielen die Konservierungsart und die Lagerstabilität eine zentrale Rolle, da sie entscheidend zur Nährstofferhaltung und zur Vermeidung von Verderb und Qualitätsverlusten beitragen.

Zudem wurden neue Erkenntnisse zur Mineralstoffversorgung von Nutztieren vorgestellt. Mithilfe von Rinderhaaranalysen können Rückschlüsse auf die längerfristige Versorgungsbilanz bestimmter Mineralstoffe gezogen werden. Dazu werden bevorzugt dunkle Haare aus dem Schulterbereich abrasiert, etwa 10–15 g Haarmaterial ins Labor eingesendet und einer gezielten Mineralstoffanalyse unterzogen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Brauhaus am Hauptplatz in Wieselburg traten wir um 14:00 Uhr die Heimfahrt an. Die Ankunft in Pitzelstätten erfolgte gegen 18:30 Uhr.

Fazit

Die Exkursion in den Raum Wieselburg war äußerst lehrreich und praxisnah. Die Schülerinnen und Schüler erhielten wertvolle Einblicke in moderne Tierzucht, handwerkliche Lebensmittelproduktion und wissenschaftliche Futtermittelbewertung. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie eng Landwirtschaft, Umwelt, Gesellschaft und Technik miteinander verknüpft sind. Die Exkursion stellte eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht dar und förderte das Verständnis aktueller Entwicklungen in der Landwirtschaft.

B. Wohlgemuth-Fekonja

Veröffentlicht am 02.02.2026

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